Weißherbst, Rose Rotling oder was


Was heißt hier "Weißherbst", der Wein ist doch gar nicht weiß ?¿
Der Begriff Weißherbst bedeutet, das dieser Wein aus "weiß" gekelterten Rotweintrauben hergestellt ist.

Was bedeutet nun wieder "weiß" gekeltert ?
Das bedeutet, das entgegen der Methode der Rotweinerzeugung, die Maische, sprich die Trauben, nicht vergoren oder erhitzt wurde um den Farbstoffgehalt zu erhöhen.
Die Trauben wurden direkt aus dem Weinberg, eventuell noch mit kurzer Standzeit, auf die Presse gegeben. Dadurch ist der Gehalt an Farbstoffen, Gerbstoffen und anderer phenolischer Substanzen geringer als bei Rotweinen aus der gleichen Rebsorte.

Was ist der Unterschied zwischen Weißherbst und Rosé ?
Vom Weinrechtlichen Standpunkt ist da ein kleiner Unterschied. Weißherbst muß absolut Sortenrein sein. Im Gegensatz zu anderen Weinen, bei denen bis zu 15 % fremden Weines dem Wein beigemengt werden darf, ist dies bei Weißherbst verboten. Handelt es sich z.B. um einen Portugieser Weißherbst, so darf nur Portugieser Weißherbste aus meiner Produktion damit mischen bzw. darf nur Traubenmost nach der gleichen Produktionsvariante verwenden. Beim Rosé dürfen die Trauben und die Maischen mehrerer Rotweinsorten gemischt werden. Rose ist also der Überbegriff, Weißherbst ist die engere Eingrenzung. Gleichzeitig engt dies jedoch auch die Gestaltungsmöglichkeiten ein. Der sortenreine Wein wird oftmals als zu eindimensional oder langweilig empfunden. Durch ein gut gemachtes Cuvee kann dem Wein mehr Komplexität oder tiefe geben. Oftmals genügen hier schon 1-2% Fremdweinanteile. Wen dies erschreckt, bitte ich zu bedenken, das z.B. in Frankreich ein sortenreiner Ausbau eher die Ausnahme als die Regel ist. Oftmals sind die Gebietsweine Kreationen aus 3 oder mehr Rebsorten, die für jeden Wein individuell zusammengestellt werden.

Weißherbste müssen außerdem mindestens die Qualitätsstufe Qualitätswein b.A. erreichen. Der Nachweis über den Zuverschnitt anderer Sortenweine ist leicht über den Gehalt an Anthocyanidinen (Farbstoffe) kontrollierbar und nachweisbar. Jede Rebsorte hat ihre eigene Farbstoffzusammensetzung, ähnlich einem Fingerabdruck.

Rotling ...
Rotling ist ein Wein aus einer gemeinsamen Ernte von roten und weißen Trauben, prominente Vertreter sind der 'Badisch Rotgold' (Grauburgunder mit Spätburgunder) oder der 'Schillerwein' aus Württemberg. Die Trauben werden hierbei gemeinsam geerntet und gepresst, manchmal werden sie sogar schon im Weinberg gemischt gepflanzt. Dies nennt sich dann gemischter Satz.



Nachtrag:
Die Weinrechtlichen Bestimmungen wurden geändert, sodass nun auch 5% Rotwein der gleichen Rebsorte mit in den Weißherbst darf, um die Farbe zu vertiefen.
Weingut Hörner
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