Weinstein


Jeder von uns kennt die Situation, man möchte seinen Gästen einen besonders edlen Tropfen kredenzen, doch die Gäste verziehen beim letzten Glas das Gesicht :” igitt, da is ja Sand drin !!!”
Was ist passiert ?
Sie waren beim Ausschenken des letzten Glases nicht vorsichtig und der Weinstein ist aus der Flasche mit in das Glas gekommen.
Doch woher kommt der Weinstein? Der war doch als ich den Wein gekauft habe nicht drin, oder doch ?

Er war drin, ganz sicher, nur eben nicht als Kristall, sondern in gelöster Form im Wein. Bei Weinstein handelt es sich um das weinsaure Salz des Kalium. Kaliumhydrogentartrat ( K4C4H4O6 ), das im Wein oftmals als übersättigte Lösung vorliegt.
Im Allgemeinen kommt es zu keinem Ausfall, es sei denn das äußere Einflüsse den Ausfall verursachen. Die Einflüsse können sein :


Weinstein bei Weißwein

- Temperatur
- Alkoholgehalt
- pH - Wert
- Abfüllzeitpunkt
- Weinsäuregehalt
- Kaliumgehalt des Weines


Temperatur:
Mehrmalige schnelle Temperaturschwankungen, z.B. Entnahme aus Kühlschrank und dann wieder zurück stellen, begünstigen den Weinsteinausfall.

Alkoholgehalt:
Je niedriger der Alkoholgehalt des Weines, desto höher ist die Weinsteininstabilität.

Weinsäure:
Je höher der Reifegrad der Trauben, je höher ist der Anteil der Weinsäure an der gesamten Säure des Weines und somit auch die Anfälligkeit für Weinsteinausfall.


Äpfelsäure:



Kaliumgehalt:
Hier gilt das gleiche wie bei der Weinsäure, je höher der Reifegrad, desto höher ist der Kaliumgehalt des Weines und auch die Wahrscheinlichkeit für Weinsteinausfall.

Abfüllzeitpunkt:
Im allgemeinen fällt das Gros des Weinsteins beim Winzer im Fass aus. Der Ausfall ist aber ein zeitabhängiger Vorgang; je früher der Wein nach der Lese abgefüllt wird, desto weiniger kann im Fass verbleiben und geht gelöst mit in die Flasche.


Weinstein bei Rotwein

Im Allgemeinen kann man sagen, das Weinstein, sofern das Ausmaß der Fällung nicht all zu groß ist keine Wertminderung des Weines darstellt, sondern eher ein Beweis für die Qualität der Trauben darstellt. Doch kann das unangenehme Grieseln vermieden werden, indem der Wein bei gleichmäßiger Temperatur gelagert wird. Auch wir Winzer können unser Quentchen beitragen, indem wir den Wein nicht zu früh abfüllen und über Winter die Temperatur im Weinkeller 1 - 2 mal stark absenken um den Weinstein dort im Fass zum Ausfallen zu bewegen.
Sollten Sie beim Servieren des Weines dennoch ein paar Körnchen bemerken, empfiehlt es sich das letzte Glas vorsichtig auszuschenken, damit der Weinstein in der Flasche verbleibt oder Rotweine vorab zu dekantieren.