veganer Wein



Wein wird ja traditionell aus Trauben oder anderem Obst gekeltert, warum ist der dann nicht generell vegan? Woher kommt das tierische Eiweiß?



Die Frage ist berechtigt, wie kommt tierisches Eiweiß in den Wein ... Der Wein wird aus Trauben gekeltert, direkt nach der Kelterung ist der Saft (Most) jedoch recht trübe, beinhaltet auch noch einiges an Fragmenten von Beerenschale, Fruchtfleisch oder Kerne.
Gären diese anschließend mit kann der Wein einen bitteren Beigeschmack erhalten.
Das ist natürlich nicht gewünscht und sollte vermieden werden, der Most sollte also vor der Gärung geklärt werden. Hierfür gibt es verschiedene technische Verfahren. Oft, wie auch bei uns wird die Flotation angewendet.

Hierbei wird der Saft mit allen seinen Trubstoffen aufgeschäumt, sodass die genannten Inhaltsstoffe nach oben steigen. Um den entstandenen Schaum stabil an der Oberfläche zu halten kann hier Gelatine aus tierischer Produktion zugegeben werden, quasi als Klebstoff.
Alternativ kann auch Pflanzenprotein zum Einsatz kommen, so wie bei uns ein Protein, welches aus Erbsen gewonnen wird.

Soweit im Most, im Wein können auch tierische Proteine zum Einsatz kommen.
Meist in Form einer sogenannten Flugschönung.
Nach der Gärung ist der Wein wiederum trübe, leicht milchig, wodurch er natürlich nicht schön im Glase steht und auch geschmacklich nicht klar ist, der Wein sollte also gefiltert werden.
Die meisten Filtersysteme werden jedoch durch zu viel Trubstoffe direkt verblockt, der Wein geht nicht durch. Um diesen Vorgang zu beschleunigen kann man nun Gelatine, Eiklar oder Hausenblase, jeweils in Verbindung mit Kieselsol zugeben. Die Komponenten verbinden sich mit einander und mit den Trubstoffen und sinken durch ihr Gewicht und ihre Größe zum Boden des Fasses.
Doch wie kommt man um diese Weinbehandlung herum?
Der größte Trick ist ... warten, warten und nochmal warten. Man muss dem Wein nur genügend Zeit lassen, dann setzen sich diese Schwebstoffe ganz von alleine ab.
Zeit ist bei der Weinherstellung ein wichtiger Faktor und mit aus diesem Grund füllen wir üblicherweise erst im März des Folgejahres unsere Weine ab, wir lassen sie sich weitgehend selbst klären.
Dennoch wird auch bei uns gefiltert, hierfür verwenden wir eine spezielle Art von Filter, einen Cross-Flow. Für diesen wird die Klärung mittels Schönungsmitteln nicht benötigt, da er sich selbst ständig von den Trubstoffen freispült, also auch hier bei uns kein Einsatz von tierischen Erzeugnissen.

Sind die Weine vom Weingut Hörner vegan?



Im Allgemeinen sind sie es, wenn auch nicht deklariert. Wir sind der Überzeugung, das eh schon zuviel verwirrendes auf das Etikett oder der Liste stehen muss, weitere Angaben sind der Verständlichkeit nicht zuträglich. Wenn dies für den Kunden ein Kriterium sein sollte stehen wir natürlich gerne bereit Auskunft zu erteilen.

Weingut Hörner
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