Reblaus


Reblaus

Phylloxera vastatrix, Syn.: Viteus vitifolii

Seit einigen Jahren breitet sich die Reblaus in unseren Weinbaugebieten wieder stärker aus.
Die Unterlage 26G wird durch zu geringe Reblausresistenz bereits nicht mehr verwendet.

Die Reblaus kommt in einer unterirdischen und oberirdischen Form vor. In beiden Lebenszyklen werden Zwischenformen entwickelt, welche die einzelnen Lebensformen miteinander verbinden.

Bei Massenbesiedlung der Blätter und Triebspitzen werden das Wachstum der Rebe sowie die Holzreife beeinträchtigt.


Schadbild Blatt-Rebläuse

Ab Mai finden sich auf der Blattunterseite die ersten kugelförmigen, bis zu erbsengroßen Gallen. Sie sind an der Blattoberseite offen und von feinen Blatthaaren umgeben.


Schädling

Die aus dem Winterei schlüpfende Mai-Gallenlaus setzt sich an den jüngsten Blättern fest. Die angestochene Blattstelle sinkt ein und umwächst die Laus.

In die so gebildeten gallenartigen Ausbuchtungen werden bis zu 1200 Eier abgelegt. Nach 8 – 10 Tagen schlüpfen die Jungläuse, verlassen die Galle und wandern in Richtung Triebspitze, um etagenweise weitere Blattgallen hervorzurufen.

Die Blatt-Reblaus vermehrt sich im Verlaufe des Sommers außerordentlich stark, so daß sich bei günstigen Witterungsverhältnissen 4 – 5 Generationen bilden können.

Im Herbst entwickeln sich zunehmend junge Wurzel-Rebläuse, die zum Boden abwandern, sich an den Wurzeln festsetzen und dort ihren eigenen Generationskreislauf beginnen.



Der Reblaus-Befall beschränkt sich nicht nur auf wurzelechte Reben; auch Pfropfreben auf Unterlagen, die bisher als wenig anfällig galten, werden von Wurzelläusen befallen.

Bei starker Verseuchung wird die Verholzung der Hauptwurzeln beeinträchtigt, die schwachen Triebe der Rebe reifen nicht mehr aus und die Stöcke sterben ab.

Schadbild Wurzel-Rebläuse

In den Rebanlagen fallen zunächst kreisförmige Stellen auf, an denen die Weinstöcke im Wachstum zurückgeblieben sind. Die Stöcke in der Mitte sind dort meist am stärksten geschädigt. Die Blätter sind klein und etwas gelblich verfärbt.

An den Saugwurzeln sind knollenförmige Wucherungen (Nodositäten) sichtbar, ältere Wurzeln weisen abgestorbene Verdickungen (Tuberositäten) auf.

Schädling

An den Wurzeln saugen die ockerfarbenen, höchstens 1,5 mm langen Wurzelläuse. Alle Wurzelläuse sind Weibchen, die sich ungeschlechtlich in großer Zahl vermehren können. Pro Jahr treten 5 – 6 Generationen auf.

Bekämpfung

Zur Zeit gibt es für die Bodenentseuchung kein zugelassenes Mittel. Andererseits werden durch Bearbeitung und jedes Befahren des Bodens die Wurzelläuse in andere Gemarkungen verschleppt.

Der Vorsorge kommt deshalb besondere Bedeutung zu. Ein Reblaus-Befall ist anzeigepflichtig.