Phomopsis viticola


Schwarzfleckenkrankheit

Phomopsis viticola

Bei starkem Befall durch die Schwarzfleckenkrankheit schädigt der Pilz die Knospen an der Basis des einjährigen Holzes. Die Knospen treiben schwach oder gar nicht aus. Dies kann zu empfindlichen Ertragsausfällen führen.

Wenn das Myzel des Pilzes in das Holz eindringt, entstehen Vermorschungen, die Kümmerwuchs hervorrufen und nachfolgend das Absterben einzelner Schenkel oder auch ganzer Stöcke zur Folge haben.


Schadbild

Im Laufe des Juni zeigen sich an den jungen Blättern zahlreiche schwarze Punkte, die im Ausgangsstadium von einem hellen Hof umgeben sind. Blätter an der Trieb-Basis sind stärker befallen und mehr oder weniger stark deformiert. Erkrankte Blätter vergilben und sterben frühzeitig ab.

An den grünen Trieben, später an den Blatt-und Traubenstielen, sind schwarze Flecke sichtbar, die mit zunehmendem Längenwachstum eine längliche, ovale Form annehmen und schließlich in der Mitte aufreißen.

Der Pilz kann Gescheine und Beeren besiedeln. Infizierte Blüten sterben ab. Die Schwarzflecken am Traubengerüst ähneln sehr dem Schadbild der Stiellähme im Anfangsstadium. Kranke Trauben färben sich dunkelblau und trocknen ein.

Im Herbst verfärbt sich die Rinde des reifenden Holzes allmählich weiß-grau. Die Fruchtkörper des Pilzes, die als kleine schwarze Pusteln erkennbar sind, heben sich im Winter deutlich von der Rinde ab.

Hochanfällig für die Schwarzfleckenkrankheit ist die Sorte Müller Thurgau, gefolgt von den Sorten Portugieser, Trollinger, Huxelrebe, Faberrebe und Kerner.


Pilzentwicklung

Der Pilz überwintert auf der Rinde des ein-und mehrjährigen Holzes und im Holzkörper. Auf der Rinde bildet er bei Temperaturen über 10°C punktförmige, schwarze Fruchtkörper (Pyknidien).

Im Frühjahr werden die reifen Sporen in Massen rankenförmig aus den Fruchtkörpern gepreßt. Bei ausreichender Feuchtigkeit zerfließen die Sporenranken und werden durch Regenspritzer oder Insekten verbreitet. Die Erstinfektionen erfolgen unmittelbar nach dem Austrieb; Temperaturen von +1°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 86% reichen für eine Infektion aus.


Bekämpfung

Die Schwarzfleckenkrankheit ist schwerer zu bekämpfen als andere Pilzkrankheiten. Die aus der Rinde wachsenden Pyknidien und das in der Rinde und im Holz parasitierende Myzel sind weitgehend geschützt und werden durch die Spritzbrühe nicht getroffen.

Die Bekämpfung ist vorbeugend durchzuführen und soll die grünen Rebteile vor Erstinfektionen schützen. Die erste Spritzung muß unmittelbar bei Knospenaufbruch durchgeführt werden. Bei einer Trieblänge von 2 –3 cm sollte eine weitere Behandlung erfolgen, die auch den Neuzuwachs vor Infektionen schützt.

Bei anhaltend günstigen Infektionsbedingungen richtet sich der Spritzabstand nachfolgender Spritzungen nach dem Blattzuwachs.

Kontakt-Fungizide gegen Peronospora schützen auch vor Neu-Infektionen durch Phomopsis viticola.

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